Der „Trafo to go“ für den Notfall

Das Risiko von Blackouts nimmt in den USA ebenso wie in vielen anderen Ländern stetig zu. Der Grund sind überalterte Leistungstransformatoren, die seit Jahrzehnten im Einsatz und dadurch störanfällig sind. Ein neues Notfall-Konzept erlaubt künftig jedoch die Wiederherstellung der Stromversorgung in kürzester Zeit.

Es basiert auf mobilen Transformatoren, die leicht zu transportieren, vielseitig einsetzbar sind und zügig installiert werden. PFISTERER entwickelte die dafür erforderlichen Komponenten sowie umfangreiches Equipment. Die ersten mobilen Einheiten wurden von zwei großen Energieversorgern aus den USA beauftragt.

Die meisten der in den USA betriebenen Leistungstransformatoren wurden zwischen 1950 und 1970 errichtet und haben ihre erwartete Nutzungsdauer von 40 Jahren längst erreicht. Fällt ein Transformator aus, ist er nicht so schnell zu ersetzen. Bis zu zwölf Monate dauert es, einen neuen zu bauen, an seinen Einsatzort zu transportieren und zu installieren. Angesichts der täglich drohenden Gefahr eines Transformatorausfalls ist der Handlungsbedarf für Energieversorgungsunternehmen hoch.

Neue Form der Mobilität

Eine zukunftsweisende Lösung für mehr Versorgungssicherheit ist der von Siemens konzipierte mobile Notfalltransformator, der innerhalb von nur wenigen Tagen nach einem Blackout einsatzbereit ist. Möglich wird das durch das steckbare, berührungssichere CONNEX-Anschluss-System von PFISTERER. Damit ausgerüstete Transformatoren lassen sich so kompakt bauen, dass sie ohne Sonder­genehmigung auf einem Lkw oder per Waggon auf der Schiene  transportiert werden können. Für ein besonders platzsparendes Transformatorendesign entwickelte PFISTERER zudem die erste trocken steckbare Durchführung bis 362 kV. Sie benötigt für die Ableitung der Feldsteuerung im Inneren des Transformators nur ein Drittel der Länge, die eine konventionelle Durchführung beansprucht. „In der Spitze der Durchführung treffen zwei verschiedene Feldsteuerungsverfahren aufeinander. Diesen Bereich richtig zu simulieren und entsprechend auszulegen, war eine große Herausforderung. Hier steckt das ganzes Know-how von PFISTERER als einzigem Anbieter von steckbaren HV-Durchführungen drin“, erklärt Peter Müller, Projektleiter bei PFISTERER. Beim Transport lassen sich die Durchführungen zudem einfach herausnehmen und separat befördern.

Schnell installiert mit Plug-and-Operate

Neben einer einfachen Logistik kommt es im Notfall auch auf eine zügige Installation an. Dafür wurde die Idee des „Plug-and-Operate“ technologisch mit dem CONNEX-Stecksystem auf Leistungstransformatoren übertragen. Ein damit ausgestatteter Notfalltransformator ist mitsamt seiner Durchführung bereits im Werk vorgeprüft, sodass er vor Ort nicht mehr geöffnet werden muss. Dadurch entfallen die bei herkömmlichen Anlagen erforderlichen Öl- oder Gasarbeiten und der Zeitaufwand für die Erstinstallation verkürzt sich um bis zu 75 Prozent. Komplett vom Kabel bis zum Handschuh

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